Bruchfeste Knochen brauchen eine stabile Bälkchenstruktur (Spongiosa) und stabile Knochenwände (Kortikalis). Bei fortgeschrittener Osteoporose genügt eine auf Knochenerhalt ausgerichtete antiresorptive Therapie oft nicht mehr um ein bestehendes Frakturrisiko hinreichend zu senken. In Fällen von erhöhtem Frakturrisiko ist den aktuellen Leitlinienempfehlungen zufolge eine Knochen-aufbauende Behandlung zu erwägen, bei stark erhöhtem Frakturrisiko sogar zu empfehlen.
Eine Knochenaufbaubehandlung verbessert sowohl die Knochendichte, als auch die Knochenstruktur und kann medikamentös, chirurgisch oder in Kombination erfolgen. An medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten stehen derzeit der Antikörper Romosozumab (Evenity s. u. links) und die Hormonanaloga Teriparatid und Ababloparatid (s. u. Mitte) zur Verfügung und ca. 10% Knochenzuwachs pro Jahr erreichen. Chirurgisch-minimalinvasiv lässt sich am Oberschenkelhals mit der perkutanen Local Osteo Enhancement Prozedur (LOEP s.u. rechts) in 9-12 Monaten ein durchschnittlicher Knochenzuwachs von 70% erreichen. Lesen Sie hierzu auch folgende Publikation (Stern Artikel) oder hören Sie folgenden Podcast.

Romosozumab (Evenity)
Romosozumab (Handelsname Evenity), ein Antikörper gegen den Knochenbotenstoff Sklerostin, fördert den Knochenaufbau sowohl durch Stimulation der Knochenaufbauzellen (Osteoblasten) als auch durch Verlangsamung des Knochenabbaus. Die Gabe erfolgt 1x monatlich (2 subcutane Injektionen) für insgesamt 1 Jahr.

Teriparatid
Teriparatid ist eine synthetische Form des Parathormons, die das Frakturrisiko reduziert indem sie die Knochenbildung durch Stimulierung von Osteoblasten fördert. Es kann für eine maximale Therapiedauer von 24 Monaten angewendet werden und wird mit einem speziellen Fertigpen täglich subkutan (unter die Haut) injiziert.

